632: Der Ausstieg mit Christoph Behn

Vom 19.01.2022



Das ist Folge 632 mit Gründer der Kartenmacherei und Investor Christoph Behn.

Willkommen zu Unternehmerwissen in 15 Minuten.
Mein Name ist Rayk Hahne, Ex-Profisportler und Unternehmensberater.

Jede Woche bekommst Du eine sofort anwendbare Trainingseinheit, damit Du als Unternehmer noch besser wirst.

Danke das Du Die Zeit mit mir verbringst. Lass uns mit dem Training beginnen.

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In der heutigen Folge geht es um, der Ausstieg.

Welche 3 wichtigen Punkte kannst Du Dir aus dem heutigen Training mitnehmen?

  1. Wie der Prozess ist.
  2. Welche Veränderung es braucht.
  3. Wer die Erlaubnis für den Wandel erteilt.

Du kennst sicher jemanden für den diese Folge unglaublich wertvoll ist. Teile sie mit ihm, der Link ist raykhahne.de/632 .


Bevor wir gleich mit der Folge starten, habe ich noch eine Empfehlung für Dich.

Diesmal in eigener Sache.

Kennen wir uns? Du kennst mich, aber kenne ich Dich?
Lass uns gemeinsam in den Austausch gehen. Ich bin sehr aktiv auf all unseren Social Mediakanälen.
Klar betreut mich mein Team aber gerade Kommentare und Diskussionen sind immer ein guter Punkt das wir in den direkten Austausch gehen können. Daher ist meine kleine Aufforderung an Dich.
Statt bei dem nächsten Posts einfach nur die Info zu sehen und weiter zu scrollen. Lass doch einfach ein Kommentar mit Deiner Sicht, Deiner Meinung oder Deinem Empfinden zu dem Impuls da.
So können wir uns besser austauschen und die Unternehmerwissenfamilie hat die Chance noch mehr Facetten zu bekommen.

Nimmst Du die Herausforderung an?


Rayk: Willkommen Christoph Behn!

Bist Du ready für die heutige Trainingseinheit?

Christoph:
Lass uns loslegen!

Rayk: Lass uns gleich starten! Was sind die drei wichtigsten Punkte, die wir über Dich wissen sollten in Bezug auf Beruf, Vergangenheit und etwas Privates?

Christoph:
1. Ich bin Unternehmer mit Leib und Seele.
2. Ich habe vor zehn Jahren ein Unternehmen gegründet, bei dem ich nur noch Anteilseigner bin.
3. Ich habe eine große Familie mit drei Kindern, zwei Hunden und einer ganz tollen Frau.

Rayk: Du hast erfolgreich zehn Jahre lang ein Unternehmen mit vielen Hunderten von Mitarbeitern und tollen Gewinnen aufgebaut. Was ist jetzt der zweite Part? Womit beschäftigst du dich jetzt? Was sind deine neuen Themen?

Christoph:
Wir finanzieren gemeinsam mit anderen Angels Unternehmen, Start-ups in einer ganz frühen Phase mit einer wichtigen Nebenbedingung: Diese Unternehmen müssen die Welt ein Stück weit verbessern. Das kann Klima sein, das kann Plastikvermeidung sein. Das können aber auch gesundheitliche Themen oder Kindererziehung sein. Es gibt genügend Möglichkeiten, in Firmen zu investieren, und genügend Gründerinnen, die dort jetzt angreifen wollen. Da helfen wir. Das ist das, was ich aktuell mache. Parallel schaue ich, wie ich mein Wissen als Unternehmer an diese Startups und Gründerinnen weitergeben kann. Gerade so Themen wie Mitarbeiter einstellen, Mitarbeiter steuern. Wie geht man mit ihnen um, sodass sie glücklich und motiviert sind?

Rayk: Ihr habt ein sehr erfolgreiches Unternehmen aufgebaut – die Kartenmacherei. Das ist jetzt nicht mehr der Fokus deines Lebens. Was war deine berufliche Weltmeisterschaft, deine größte Herausforderung? Wie hast du diese überwunden?

Christoph:
Das Abnabeln war wahrscheinlich schwieriger als das Starten. Es war ein langer Prozess, weil man sehr viele persönliche Beziehungen aufgebaut, sehr viel Verantwortung übernommen hat und man diese Verantwortung nicht an einem Tag weglegen kann – und das auch nicht will. Du willst den Leuten nicht wehtun. Du willst die richtige Entscheidung treffen. Du willst, dass die Firma, die du aufgebaut hast, nach dir auch noch bestehen bleibt. Das heißt, du musst die Nachfolge regeln. Mich selbst in der Firma zu ersetzen und dann final die Entscheidung zu treffen, waren somit die größten Hürden.

Rayk: Wie war das Unternehmen in der Spitze, als du für dich festgestellt hast, dass es das jetzt nicht mehr für dich ist? Wie war das für dich?

Christoph:
Es war ein Prozess. Dieser ging bei 150 Mitarbeitern los. Dass ich die Firma in der Rolle verlassen werde, ist mir bei 250 Mitarbeitern klargeworden. Bei 350 Mitarbeitern bin ich gegangen. Das ist schon ein Weg. Da lagen auch immer wieder ein, zwei Jahre dazwischen. Bei 150 Mitarbeitern wusste ich schon, dass ich raus möchte, konnte es aber noch nicht artikulieren. Ich habe die Firma gegründet, um frei zu sein. Ich wollte etwas verändern, aber ich wollte vor allem frei sein. Ich wollte meine eigenen Gedanken, meinen eigenen Willen, meine eigene Überzeugung umsetzen und zeigen, dass ich damit erfolgreich sein kann. Das war meine größte Motivation – frei zu sein und niemanden zu haben, der mir sagt, was ich zu tun habe. Mit 150 Mitarbeitern bist du aber nicht in der Lage. Wenn du die richtige Struktur aufbaust, lässt du die Leute entscheiden, die am Kernproblem am besten positioniert sind. Das ist in der Regel nicht der oder die CEO. Ich habe gemerkt, dass das dann wahrscheinlich nicht die Firma ist, die zu mir passt. So eine große Firma zu steuern, ist nicht das, was ich mir damals unter Freiheit vorgestellt hatte. Ich habe das vernünftig gemacht, aber es hat mich nicht erfüllt. Jeden Tag aufs Neue. Ich habe am liebsten Probleme gelöst. Mit 150 Leuten habe ich angefangen, wichtige Themen von mir an andere Menschen zu übergeben. Das hat beim ersten Anlauf nicht geklappt. Da lernt man, sich einen Ersatzspieler zu holen. Es hat eine ganze Zeitlang gedauert, sich da abzunabeln und sich einzugestehen, dass die anderen eigentlich besser dazu geeignet sind, das zu tun; und dass der Weg nach mir besser sein wird, wenn ich raus bin. Ich war die richtige Person, die die Firma die ersten sieben, acht Jahre vorangetrieben hat, und dieser Abnabelungsprozess ging über drei, vier Jahre.

Rayk: Die meisten Unternehmer sagen, sie lieben ihren Job und wollen immer arbeiten, das sei ihr Baby, das Tollste. Das war bei dir auch so und irgendwann kam diese Erkenntnis. Hat das mit dem Produkt oder der Leistung zu tun? Oder war es das Unternehmen, das Konstrukt an sich, das für dich den Anreiz gegeben hat? Was war für dich der ausschlaggebende Punkt?

Christoph:
Da gibt es viele Einflussfaktoren. Eines Tages wachst du auf und merkst, dass du etwas ändern musst, weil es dich nicht mehr glücklich macht. Es motivierte mich nicht mehr, jeden Tag in die Firma zu gehen. Die Grundmotivation für die Firma kam von meiner Frau. Sie hat die Idee gehabt, das war ihr leidenschaftliches Produkt, die Karten. Ich habe mich da eingearbeitet, habe eine Leidenschaft für das Produkt, die Haptik, die Kunden und das Team entwickelt. Irgendwann stellte ich mir die Frage, ob ich auch bei einer Firma, die die Welt verbessern würde, bei dieser Größe gegangen wäre. Ich könnte das jetzt gar nicht beantworten. Momentan würde es mich überhaupt nicht reizen. Aber dieser Gedanke ist noch unbeantwortet. Ich hätte natürlich an diesem Punkt auch sagen können, ich höre auf zu wachsen und lebe mit dem Stamm an Mitarbeitern profitabel weiter. Das war aber nie meine DNA, ich wollte irgendwie immer wachsen, immer was verändern. Das ist schwierig, wenn du auf einem glatten Umsatz läufst und immer das gleiche Team hast. Also aus verschiedenen Gründen hatte ich eines Morgens nicht mehr diese Motivation, eher Frustration. Die habe ich versucht zu lösen und dabei gemerkt, dass es die beste Lösung ist, rauszugehen.

Rayk: Das ist der wertschätzende Weg, so etwas anzugehen. Denn du hast eine Verantwortung aufgebaut an der Spitze von 350 Mitarbeitern. Das sind ja alles Familien. Was wäre mit diesen Menschen passiert, wenn du alles hinter dir gelassen hättest und fertig? Man merkt ja, dass du selbst noch auf der Suche bist. Aber das ist okay für den Moment, das mal zu akzeptieren. Man kann auch erst einmal sich neu finden und orientieren. Was war für dich der größte Aha-Moment? Gibt es einen Moment, auf den zu zurückblickst und sagst „Das hätte ich meinem alten Ich schon vor drei Jahren sagen können“?

Christoph:
Ich glaube, das war eine wichtige Erkenntnis, die mir lange Zeit schwerfiel. Ich musste natürlich immer daran glauben, dass ich es besser kann als andere. Sonst hätte ich wahrscheinlich nie die Firma gegründet. Dieser Gedanke hat mich aber lange in dieser Firma gehalten und eher dazu geführt, dass es mir schwerfiel, Sachen abzugeben und diese Erkenntnis zu sagen, dass es draußen Menschen gibt, die das deutlich besser können. Das war für mich am Anfang ein schwieriger Gedanke. Irgendwann habe ich realisiert, dass mein Bruder, mit dem ich diese Firma aufgebaut habe, für diese Wachstumsphase der bessere CEO ist. Das war eine Erkenntnis, die auf der einen Seite schön war, weil er mein Bruder ist und ich mich total für ihn gefreut habe und ich gemerkt habe „Darauf hättest du vielleicht auch früher kommen können!“. Das war ein Überraschungsmoment in dem Sinne. Die gab es bei anderen Personen genauso.

Rayk: Ganz spannend, an der Stelle zu reflektieren. Die Lösung war die ganze Zeit nur einen Schreibtisch weit entfernt. Aber manchmal dauert es Jahre, das für sich zu erkennen und einzugestehen. Wie können wir am besten mit dir in Kontakt treten?

Christoph: Am besten über LinkedIn, gerne folgen. Das ist das Einfachste.

Rayk: Vielen Dank, dass Du Deine Zeit und Deine Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich freue mich auf das nächste Gespräch mit Dir.

Christoph:
Danke dir, Rayk. Hat Spaß gemacht!

  • die Shownotes zu dieser Folge findest Du unterde/632
  • alle Links habe ich Dir dort aufbereitet und Du kannst die Inhalte der Folge noch einmal nachlesen

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Danke das Du die Zeit mit uns verbracht hast.

Das Training ist vorbei, jetzt liegt es an Dir. Viel Spaß mit der Umsetzung.

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